Was EuK zu wichtigen Themen sagt

Hier finden Sie eine kurze Fassung unserer Meinung zu Themen, die bei der Kirchenwahl 2007 immer wieder nachgefragt wurden. Antworten zum Themenkomplex „Jugendarbeit" finden Sie hier. Weitere grundsätzliche Stellungnahmen von EuK finden Sie in den Grundsatzpapieren.

Sollten Sie selbst zu einem Thema, das Sie hier und in den Grundsatzpapieren nicht finden, die Position von EuK wissen wollen, dann zögern Sie nicht, sich an die EuK-Geschäftsstelle zu wenden.

 

Themen auf dieser Seite

 Arbeitsrecht
Kernaufgaben der Kirche
 Dritter Weg Kirche der Zukunft
 Ehrenamt Kirchensteuer: Mehreinnahmen
 Fusion von Landeskirchen Missionarische Herausforderungen
 Geschlechtergerechtigkeit Visitationsordnung, neue
 Islam, Dialog Zusammenarbeit in der Landessynode
 Islam, Zusammenleben verbessern

 

Themen in den Grundsatzpapieren

 Kirche und Gottesdienst Diakonie
ErwachsenenbildungBiotechnologie
SeelsorgeÖkumene
JugendarbeitInterreligiöser Dialog

 

Dialog mit dem Islam

 

„Evangelium und Kirche" hält das EKD-Papier „Klarheit und gute Nachbarschaft" für gelungen. Wir haben uns mit großem Engagement dafür eingesetzt, dass die Islam-Tagung in der Landessynode stattfinden und die Erklärung „Miteinander leben lernen" entstehen konnte.

Den Gemeinden empfehlen wir dreierlei: Zuerst sollten wir in unseren Gemeinden den Islam in seinen vielfältigen Formen wahrnehmen lernen. Sodann sollte das Grundlagenwissen zum Islam in Europa und weltweit bei unseren Gemeindegliedern deutlich erhöht werden. Dazu sind entsprechende Erwachsenenbildungsveranstaltungen notwendig. Schließlich brauchen wir den gewollten Dialog zwischen christlichen und islamischen Männern und Frauen an der Basis über theologische und Alltagsfragen.

Dabei gilt der Grundsatz der Wahrhaftigkeit. Die kritischen Themen wie beispielsweise die Unverträglichkeit unserer gesellschaftlichen Grundordnung mit islamistischen Zielen müssen beim Namen genannt werden.

Nach oben

 

Islam, Zusammenleben verbessern

 

Wir müssen verhindern, dass andere Religionen und Weltanschauungen in ein Ghetto abgedrängt werden. Vorurteile müssen durch Information und Begegnung abgebaut werden. In der Herausforderung unserer multikulturellen Welt liegt aber auch eine große Chance. Die Begegnung mit einer anderen Frömmigkeit ist eine Bereicherung. Es zeigen sich Nähe und Abstand zum christlichen Glauben und die persönliche Reife wird gefördert. Schon jetzt machen viele Gemeinden gute Erfahrungen im jüdisch christlichen Dialog oder bei Begegnungen mit Muslimen. Wir wollen Kontakte dieser Art weiter fördern.

Durch die Arbeit der evangelischen Kindergärten in sozialen Brennpunkten geschieht ein wichtiger Beitrag zur Integration in einer christlich geprägten Gesellschaft. Familien mit anderer geistiger Prägung werden dort mit einer evangelischen Kultur vertraut. Das ist eine wichtige Grundlage für ein gedeihliches gemeinsames Leben.

Nach oben

 

Ehrenamt

 

Es gibt inzwischen viele Wege, das Ehrenamt zu fördern und Ehrenamtlichen tatsächlich Anerkennung zukommen zu lassen. Wir befürworten es, das gesamte Management der Ehrenamtlichen in der Kirche nach modernen Erkenntnissen zu gestalten, wie sie z.B. im Freiwilligen-Management gewonnen wurden. Ehrenamtliche brauchen eine klare Abgrenzung ihrer Tätigkeit, Gestaltungsfreiheit, klare Ansprechpartner und von vorneherein die zeitliche Befristung ihrer Arbeit, die auf deren Wunsch hin verlängert werden, aber auch ohne Anerkennungsverlust beendet werden kann. „Evangelium und Kirche" begrüßt die Erprobung von Personalentwicklungsgesprächen mit Ehrenamtlichen.

Nach oben

 

Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche

 

Dank der Bemühungen der vergangenen Jahre haben Frauen und Männer unserer Meinung nach weitgehend die gleichen Chancen in unserer Kirche. Quotenregelungen sind nicht notwendig. Die Bemühungen, Familie und Beruf zu vereinbaren, müssen jedoch weiterentwickelt werden. Das Problem, für das es kreative Lösungen zu finden gilt, sind die eher kleinen Einheiten, in denen Mitarbeiter/innen angestellt sind (z.B. eine Diakoniestation mit 30 Mitarbeiterinnen). Praxiserprobte Lösungen gibt es aber schon, wie z.B. flexible Arbeitszeiten, Kindertagesstätten in großen Einrichtungen, usw. Wichtig ist, dass in der Kirche der Wille zur Familienfreundlichkeit grundsätzlich gestärkt wird.

Nach oben

 

 

Kernaufgaben der Kirche, missionarische Herausforderung

 

„Evangelium und Kirche" bejaht die Volkskirche. Dazu gehört unbedingt auch, diejenigen ernst zu nehmen, die selten oder gar nicht in den Gottesdienst gehen und Gemeindeveranstaltungen nicht besuchen. Die Kirche darf nie aufhören, alle Menschen mit dem Evangelium erreichen zu wollen. Die wesentliche Arbeit dazu geschieht in den Kirchengemeinden. Aber für „Evangelium und Kirche" ist die Kirche dennoch mehr als die Summe der Gemeinden. Überparochiale Zielgruppenangebote und Bildungsangebote sind unverzichtbar.

Die Kernaufgaben der Kirche sehen wir in folgendem: 1. Gottesdienste feiern. 2. Geistliche Gemeinschaft leben, das Gebet stärken, die Gemeindeglieder geistlich bilden. 3. Den Menschen tatkräftig helfen (Diakonie in Gemeinden und Einrichtungen) 4. In der Gesellschaft und den Einzelnen gegenüber unseren Glauben in evangelischer Prägung bezeugen.

Die missionarische Herausforderung für unsere Kirche besteht darin, die bisherigen „evangelisch-kirchlichen" Milieus zu durchbrechen und „Kirche für alle" zu sein.

Nach oben

 

 

Fusion von Landeskirchen

 

Fusionen von Landeskirche sind ein möglicher Weg - und in manchen Fällen auch ein notwendiger Weg - für die Zukunft, aber nicht in jedem Fall ein erfolgversprechendes Modell. Was eine Fusion der badischen und württembergischen Landeskirche bringt, wurde noch nicht umfassend geprüft. Wir halten eine solche Prüfung für diskussionswürdig. Im Augenblick sehen wir eine Fusion in weiter Ferne, grundsätzlich aber begrüßen wir sehr eine Annäherung der beiden Landeskirchen und einen Ausbau der schon vielfältigen Zusammenarbeit in der Öffentlichkeitsarbeit, der Diakonie, Kirchenmusik und der Religionspädagogik, um nur einige Arbeitsfelder zu nennen.

Nach oben

 

Arbeitsrecht, Dritter Weg

 

„Evangelium und Kirche" hält den „Dritten Weg" für den einzig gangbaren Weg in unserer Landeskirche. Wir möchten ihn nicht nur gewahrt, sondern in Zukunft auch gestärkt sehen. Dazu gehört auch, dass Veränderungen und Reformen in einzelnen Bereichen des „Dritten Weges" angepackt werden.

Nach oben

 

Zusammenarbeit in der Landessynode

 

Dank der guten Zusammenarbeit der Landessynodalen hat ein wie auch immer definierter Lobbyismus in der Synode seit der letzten Kirchenwahl nie die Oberhand bekommen. Ausschlaggebend dafür war die Gesprächsbereitschaft der Gesprächskreise und ihr Wille, das Ganze der Kirche zu sehen. Förderlich ist, wenn einzelne Gruppen den Landessynodalen ihr Anliegen vortragen und um Verständnis werben. Hinderlich ist, wenn einzelne Gruppen die Öffentlichkeit einseitig informieren oder gar den ganzen Prozess blockieren, um ihr Anliegen durchzusetzen.

Nach oben

 

Was muss in sechs Jahren in unserer Landeskirche anders sein?

 

In sechs Jahren sollten wir auf unsere multikulturelle Umwelt sprachfähiger eingehen können. Dass der christliche Glaube im Gespräch mit anderen Religionen und Ungläubigen vertreten werden muss, ist unter uns noch zu wenig geübt. Das bedeutet für unsere Lehrpläne im Schul- und Konfirmandenunterricht, dass wir über die notwendige Übung der Frömmigkeit hinaus das unterscheidend Christliche besprechen müssen. Der Katechismus ist dazu eine wichtige Hilfe. Wir wollen die Mündigkeit der Gemeindeglieder fördern.

Eine große missionarische Herausforderung sehen wir in den großen Städten unserer Landeskirche. Durch den demographischen Wandel schwindet dort die Zahl unserer Gemeindeglieder. Hier ist durch eine intelligente Personalpolitik die Präsenz der Kirche zu erhalten. Wir schlagen vor, Sonderpfarrstellen an der Schule und in anderen Bereichen stärker mit der Gemeindearbeit zu verbinden, damit in den verschiedenen Tätigkeitsfeldern die Präsenz der evangelischen Kirche sichtbarer und der Gemeindebezug kirchlichen Handelns gestärkt wird.

Nach oben

  

Was tun mit Mehreinnahmen an Kirchensteuer?

 

Aufgabe der Landeskirche ist die Verbreitung des Evangeliums in den Gemeinden, in der Bildung und im Dienst am Nächsten, der Diakonie. Trotz Mehreinnahmen, - über die wir uns natürlich sehr freuen, - können in der Landeskirche neue Aufgaben nur bedingt angegangen werden, da wir weiterhin den Kurs der Haushaltskonsolidierung verfolgen. Vorrangig müssen Altlasten aufgearbeitet werden: Sanierung des Gebäudebestandes und Einzahlung in die Versorgungsstiftung unserer Mitarbeiter zur Entlastung künftiger Haushalte. In den Gemeinden sehen wir aber große Chancen, für eine überzeugende Projektarbeit vor Ort zusätzliche finanzielle Unterstützung zu finden. Unsere Arbeit versteht sich eben nicht mehr von selbst, wo sie gut begründet und sozial verankert ist, sind auch Spender da. Zur Resignation besteht kein Anlass.

Nach oben

 

Visitationsordnung, neue

 

Leider wurde bei der neuen Visitationsordnung der Visitationsbericht, den die Gemeinde im Vorfeld erstellt, wesentlich reduziert. Der Visitationsbericht in der alten Form stellte das Gemeindeleben einmal aufzählend und in Zahlen dar, dazu kam die Bewertung und Erfahrung der Verantwortlichen in der Kirchengemeinde. Daran sollte festgehalten werden. Wir messen dem Visitationsbericht eine hohe Bedeutung zu.

Die Chance des neu eingeführten Gemeindeforums, einer öffentlichen Veranstaltung, in der „öffentliche Personen" der Kirchengemeinde sagen können, wie Sie sie wahrnehmen, besteht darin, dass die Gemeinde hier ihr öffentliches Wirken darstellt und sich durch Rückmeldung darüber von außen ein Feedback geben lässt, das sie zur Reflexion und Weiterentwicklung anregen kann. Die Gefahr jedoch besteht darin, dass sowohl Gemeindeglieder als auch Repräsentanten der Öffentlichkeit sie zur Selbstdarstellung missbrauchen können.

Lesen Sie zu diesem Thema die ausführliche EuK-Stellungnahme.

Nach oben  

 

EuK-Stellungnahme zur neuen Visitationsordnung (PDF, 77.25 kb) »