11. Juli 2016

Landessynode: Gerechter Friede in einer Welt mit Religion

Am 9. Juli ging die Sommertagung der Evangelischen Landessynode in Württemberg 2016 zuende. Der Thementag stand ganz unter der Frage der „Einen Welt“. Den lesenswerten Hauptvortrag mit dem Titel: „Macht – Religion – Frieden“ hielt Prof. Dr. Andreas Hasenclever vom Institut für Friedensforschung und Internationale Politik der Universität Tübingen. Hasenclever führt aus: „Eine Welt ohne Religionen wäre nicht friedlicher als eine Welt mit Religionen.“ Die Gewaltbereitschaft von Terrorgruppen im Vorderen Orient und Nordafrika hänge weniger mit Religion, als vielmehr mit patriarchalen Strukturen, politischer Radikalität und Repression durch staatliche Stellen zusammen.

Eine Bibelarbeit zum Thema hielt Dr. Habib Badr, Leiter der Nationalen Evangelischen Kirche von Beirut. Er berichtete von der Furcht und Angst der Menschen im Libanon, die tagtäglich in Gefahr leben. Viele Christen seien mittlerweile vor Krieg und Verfolgung aus ihren Dörfern und Städten geflohen. Sie seien willens, jeden Preis zu bezahlen – auch den Verlust ihres Lebens –, nur um aus dem Nahen Osten weg zu kommen. Obwohl sich die Situation im Nahen Osten in den vergangenen 30 Jahren massiv verschlechtert hat, rief er alle Christen auf, im Gebet um den Frieden nicht nachzulassen. Dabei gehe es nicht nur um den „Frieden, den uns die Welt gibt“, sondern vor allem auch um den Frieden Gottes, „eine spirituelle und innere Art des Frieden“, die auf der Zuversicht beruht, dass Christus das Böse und den Tod besiegt hat.

 

Dr. Agnes Regina Murei Abuom, Moderatorin des Ökumenischen Rats, sprach über Klimagerechtigkeit beziehungsweise über Klima-Ungerechtigkeit. Ursachen der Klima-Ungerechtigkeit seien: Wirtschaftswachstum ohne Grenzen, Ungleichheit zwischen Armen und Reichen, kriegerische Konflikte, Rassismus, Unsicherheit und die Auswirkungen des Klimawandels gerade auf die Armen in der Welt. Dies alles führe zu Fluchtbewegungen. „Ohne Gerechten Frieden und Klimagerechtigkeit als Basis für Stabilität und stabile Lebensverhältnisse reichen Konfliktlösungsmechanismen nicht aus, um die erzwungenen Menschenströme aufzuhalten. Daher brauchen wir eine Änderung der Einstellung und Denkweise.“

Mit dem Nachtragshaushalt beschloss die Landessynode eine bis 2021 befristete Einstellung eines Klimaschutzmanagers und stellte dafür 750.000 Euro zur Verfügung.

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