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15.07.2010

Pfarrstellen streichen und koppeln

Landesbischof Frank Otfried July hat auf der Tagung der Landessynode in Freudenstadt theologische Grundgedanken zu den anstehenden Veränderungen im Pfarrdienst vorgetragen. Demnach soll das Pfarramt in der Fläche erhalten bleiben. „Jede Kirchengemeinde wird auch künftig einen für sie zuständigen Pfarrer oder eine Pfarrerin haben – nur hat nicht jede Gemeinde einen Pfarrer für sich allein“, meinte der Bischof. Da die Mitgliederzahlen der Landeskirche sinken würden, müsste auch die Zahl der Pfarrstellen entsprechend nach unten korrigiert werden. Die Landeskirche könne „die gegenwärtige Zahl von Pfarrstellen so nicht halten“, stellte July fest. Er geht davon aus, dass die Landeskirche im Jahr 2030 statt 1.800 nur noch 1.100 Pfarrstellen habe. Durch Vorruhestandsregelungen und eine reduzierte Aufnahmezahl von Personen in den Pfarrdienst sowie pfarramtlichen Hilfsdienst solle dieses Ziel erreicht werden.
Dabei sollten Pfarrerinnen und Pfarrer bei aller notwendigen Verwaltungsarbeit hauptsächlich „Theologinnen und Seelsorger“ sein.
Der Landesbischof betonte, dass Pfarrer nicht nur für ihre eigene Gemeinde da seien, sondern für die Volkskirche stünden und über die Gemeindegrenzen hinaus tätig sein sollen. „Pfarrer und Pfarrerinnen gehen zu den Menschen, die nicht von selber kommen“, sagte July.
Künftig sollten Gemeindepfarrstellen in manchen Fällen mit Sonderaufgaben verbunden werden. Dennoch werde es nach wie vor reine Sonderpfarrstellen geben.

Die Ortsgemeinde seien für viele Menschen Heimat. Dem tue es keinen Abbruch, wenn Gemeinden stärker kooperieren oder sogar fusionieren und Verwaltungsaufgaben konzentriert werden. In der Großstadt könnten Gemeinden Schwerpunkte bilden: „Kirche in der Stadt ist ein Angebotsensemble mehrerer Kirchengemeinden. Es ist gut aufeinander abgestimmt. Es ist als kirchliche Einheit mit verschiedenen regionalen Profilen erkennbar und erfahrbar.“
Auch auf der Ebene der Kirchenbezirke sollten Ressourcen gebündelt werden.

Die EuK-Synodale Hanna Fuhr sagte in ihrer Reaktion auf die Überlegungen des Bischofs, dass es richtig sei, Verwaltungsaufgaben zu konzentrieren und Gemeinde- mit Sonderpfarrstellen zu koppeln. Die Gegebenheiten vor Ort müssten allerdings im Blick gehalten werden. EuK unterstütze weiterhin die notwendigen Schritte zur Umstrukturierung.

„Evangelium und Kirche“ hatte im Vorfeld der Landessynode ein Grundsatzpapier veröffentlicht, in dem die Gruppe gefordert hatte, das Pfarramt in der Fläche zu erhalten und die Koppelung von Gemeinde- und Sonderpfarrstellen zu prüfen. Das Grundsatzpapier zur Sparthematik können Sie hier einsehen.

Autor: Andreas Roß

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